Leben mit Gegenwind e.V. und Sei du! Für die Heimat! haben gemeinsam ein Buch herausgegeben, das der Auftakt einer Reihe sein soll, in der Tiere und Pflanzen unserer Heimat als unsere Mitgeschöpfe ins Bewusstsein der Menschen zurückgeholt werden. Angesichts der Naturzerstörung ringsum ist es offensichtlich höchste Eisenbahn, sich zu erinnern.
Teil 1: Harsleben / Hardcover / 21x21cm / 124 Seiten
Wunderschöne Fotos erzählen Geschichten vom Wegesrand, von Begegnungen, die Herz und Sinne erfreuen, von Lebensräumen, in denen es ums Überleben geht.
Wer das so wichtige Thema unter die Menschen bringen will, kann mit Hilfe des Buches leicht ins Tun kommen. Es kann als Erinnerung von Mensch zu Mensch wandern, in Wartezimmern nicht nur die Zeit vertreiben oder als nützliches Geschenk dienen.
Habt ihr Interesse an dem Buch (gegen einen kleinen Energieausgleich), dann schreibt uns gern eine Mail. Unsere Heimat dankt es euch.


Vorwort:
Es ist nicht wichtig, was du betrachtest, sondern was du siehst. Henry David Thoreau
Elf Jahre bin ich mit meinem kleinen Hund durch Harsleben spaziert. Die immer gleichen Wege zwischen Schützenplatz, Karpfenteich und Gewerbegebiet. Mit der Zeit wurde aus dem Baum die Linde, aus dem Vogel der Stieglitz, aus dem Insekt die Holzbiene, aus dem Unkraut die Wilde Malve. Aus Fremden wurden Freunde. Erstaunlich, wie viel Leben mir am Wegesrand begegnete, als ich zu sehen begann. Wieviel Staunen und Freude es auslöste.
Ich begann zu fotografieren, um die kleinen Wunder festzuhalten, die mitten unter uns leben. Für jeden sichtbar. Kaum gesehen. Und noch weniger gefühlt. In der Tristesse aufgeräumter Gärten, Parks, Wegränder, Gewerbegebiete und ganzer Landschaften kämpfen sie ums Überleben. Und leben gleichzeitig voller Lust. Davon erzählt dieses Buch. Namen und Bezeichnungen sollen jedoch kaum eine Rolle spielen. In diesem Buch soll es ums Wahrnehmen gehen. Darum, Sie, liebe Leser, zu ermutigen, neugierig zu sein und selbst herauszufinden, welchen Geschöpfen Sie auf diesen Seiten und draußen vor der eigenen Haustür begegnen.
Manchmal habe ich in einer Stunde auf unserer großen Runde nur sechs Bienen und ein, zwei Schmetterlinge gezählt. Und wenn Feldlerchen tirilierten, wurden Felder noch in der Brutzeit gemäht. Viele der wunderschönen Vögel, einst Allerweltsarten, sah ich, auch wenn dieses Buch einen anderen Eindruck vermittelt, sehr selten. Ich habe so gut wie jede besuchte Blüte fotografiert, weil jede einzelne eindringlich bezeugt, daß sie überlebenslebenswichtig ist!
Ich war nie glücklicher als auf den Runden mit Bellina, am glücklichsten jedoch war ich im verwilderten Gewerbegebiet. Dort begegneten uns die meisten Vögel: Feldsperling, Amsel, Star, Rotkehlchen, Schwarzkehlchen, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Goldammer, Grauammer, Gierlitz, Haubenlerche, Feldlerche, Zilpzalp, Fitis, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke, Neuntöter, Buchfink, Stieglitz, Bluthänfling. Schafstelze, Bachstelze, Nachtigall, Grünfink, Grünspecht, Buntspecht, Rohrsänger, Elster, Krähe, Rabe, Mäusebussard, Rotmilan, Turmfalke, Reiher, Stockente, Weißstorch … Auch Feldrehe und Feldhasen sah ich, wen wunderts, sind Wildkräuter für sie doch kein Unkraut, sondern Nahrung. Nun wird dieses Gebiet seinen gewerblichen Zweck erfüllen und dem Menschen dienen, und die Vögel verlieren ohne Bäume, dichte Büsche, Unterholz und Krautwerk nicht nur ihre Kinderstuben. Insekten; Käfern und anderen Tieren droht ein ähnliches Schicksal. Wieder geht ein Stück Heimat verloren. Auch für mich.
Bellina ist im Sommer gestorben, und bald zieht Nelina ein. Ich möchte mit ihr gemeinsam weiterhin Wunder entdecken, die Natur genießen, hier, wo wir leben. Nicht nur, weil ich im Rollstuhl unterwegs bin und Ausflüge mit Umstand verbunden sind. Auch, weil ich das Dorf und seine Geschöpfe lieben gelernt habe.
Einige Seiten widme ich unserem wilden Garten, denn oft ist dort mehr los, als in der freien Natur. Was zeigt, wie wichtig diese Inseln sind. Ebenso wichtig wie die Ganzjahresfütterung unserer Vögel.
Die Natur ist heilsam. Tröstlich. Bringt unendlich viel Freude. Es steht uns nicht zu, sie zu zerstören. Und nun: Gehen Sie auf Entdeckungsreise und lassen Sie sich berühren!